Zen … und kosmisches Bewußtsein

Zen … und kosmisches Bewußtsein

7. Dezember 2020 0 Von Michael Muschke


„Spirituelle Sucher wollen es wissen und Meditation
– manchmal auch deren Lehrer –
sollen Antworten liefern. Kosmisches Bewußtsein steht für die nächsten Jahre auf dem ›Speiseplan‹ und wird von jenen, die möglichst alles Kontrollieren wollen, nicht direkt gefördert. Allerdings erzeugt die derzeitige Situation in der Welt bei vielen Menschen existentielle Not. Bei solchen Gelegenheiten wird der Spiritualität generell mehr Aufmerksamkeit geschenkt.“

🙂

„Diskrete Einblicke erhalten wir häufig in Situationen, in
welchen eine Gefahr für die Existenz besteht.
Fragen sind verständlich … der Intellekt
wird es allerdings nie ganz
fassen.“


„Bist Du schon einmal in einen Unfall verwickelt gewesen? Wenn ja, hast Du vielleicht erlebt wie, wenige Sekunden sich derart ausdehnten, daß Dir die Geschehenisse wie in einer Super-Zeitlupe vorkamen. Während solcher Momente kannst Du Dir geradezu überlegen, was Du am besten tun möchtest bzw. solltest … um Dich, oder auch jemand anderen, vor Schäden zu bewahren.“

Im Regelfall dauern jene Zustände nur wenige Sekunden und verbleiben danach noch einige Zeit im Bewußtsein des Betreffenden. In diesen wenigen Sekunden, werden wir mit der Wahrheit konfrontiert – können erkennen, daß wir unser Dasein in einem Zustand fristen, den wir zwar Wach-Bewußtsein nennen, aber genaugenommen nicht als solchen bewerten sollten. Die Wahrheit ist, daß wir unser tägliches Leben eher als Träumen oder gar Schlafen betrachten müssen. Zumindest dann, wenn man den zuvor beschriebenen Zustand als einen solchen des Erwacht-seins bewerten mag.

Eine Schülerin und Freundin hat mir am Wochenende von einer solchen Erfahrung berichtet. Sie war mit ihrem Sohn im Auto unterwegs. Vor ihr fuhr ein PKW mit Anhänger. Auf dem Anhänger standen mehrere Obst-Kisten. Eine dieser Kisten hatte sich offensichtlich aus dem Verband gelöst und drohte die Windschutzscheibe ihres PKW’s zu treffen. Das drohende Ereignis katapultierte sie in einen erweiterten Bewußtseinszustand und ermöglichste ihr, in absoluter Seelenruhe die richten Entscheidungen zu treffen. Wie sie mir berichtete blieb sie nahezu gleichmütig im Gegensatz zu ihrem Sohn, der den Schreck seines Lebens zu durchleben hatte. Auch während ihrer Erzählung verblieb sie ungewöhnlich friedlich und still 🙂

Ich habe mich sehr über diesen Erfahrungsbericht gefreut. Als Langzeit-Meditierende sollten wir solche Zustände mit der Zeit im täglichen Leben stabil erfahren. Es wird eine Zeit kommen, in welcher diese wenigen Sekunden zu Minuten und Stunden heranreifen. Irgendwann bleibt dieser Zustand schließlich vollkommen stabil. Genau darauf zielte meine Frage nach ihrem Bericht ab.

„Wie wäre es wohl, wenn Du jeden Tag 24 Stunden lang in diesem Zustand verbringen könntest? Und was genau bedeutet es für Deine bisherigen Überlegungen, in Bezug auf (Deine) Wachheit/ den schon realisierten Bewußtseinszustand?“


Ich habe viele solcher Erfahrungsberichte in meinem Leben gehört und vermute, daß fast jeder Mensch zumindest einmal in seinem eigenen Leben mit einem solchen Zustand der Wahrheit konfrointiert wird. Ich glaube es war Churchill, der dies genauso sah und meinte: „… die meisten Menschen tun danach so, als wäre nichts geschehen … schütteln sich einen kurzen Moment und machen so weiter wie bisher.“

Das kann ich aus eigener Erfahrung nur bestätigen! Ich glaube, die meisten Menschen benötigen mehrere solcher diskreten Einblicke, um daraus eine Frage abzuleiten. Ich selbst habe in den unmöglichsten Situationen immer einmal wieder solche Augenblicke realisieren dürfen. Unmöglichsten deshalb, weil es keinen offensichtlichen Anlaß gab meine Existenz nicht bedroht war. Das allerdings weist doch geradezu darauf hin, daß wir noch lange nicht so leben, wie wir es potentiell könnten

es ist ein Fakt, daß sich dort etwas verändert, wo wir unsere Aufmerksamkeit hinlenken. Was bedeutet dies, für die derzeitigen politischen Maßnahmen? Wäre es nicht weitaus sinnvoller, sich mit dem hier vorgestellten Thema zu befassen? Diese Entscheidung fällen natürlich wir selbst

die Meister sagen, daß das Mensch-sein mit dem kosmischen Bewußtsein beginnt. Ist es nicht das, was wir letztlich anstreben Menschlichkeit? Wenn dem so ist, sollten wir unsere Aufmerksamkeit mit Bedacht all jenen Themen zuwenden, die uns am Herzen liegen. Das ein oder andere – in unseren Köpfen herumschwirrende Thema, verliert dadurch unweigerlich an Macht. Was meisnst Du? Hast Du einmal das Aufblitzen der Wahrheit erfahren?

Dieser Blog ruft einige vergessen geglaubte Erinnerungen in
mir wach und ich möchte Dir diese nicht
vorenthalten.

Wenn das kosmische Bewußtsein in das Individuum einfließt, können die Reaktionen ziemlich intensiv sein. Unter Umständen bist Du danach nicht mehr in der Lage so weiterzuleben wie bisher. Das ist eine gute Sache und genaugenommen geht es darum

ABER

wenn die Sekunden vorüber sind, stellt sich vielleicht eine Versuchnung ein. Aufgrund der Intensität und Klarheit denkst Du vielleicht: „Oh, well – it must be enlightenment!“
Besonders für spirituelle Sucher ist diese Versuchung mehr als verlockend. Ein Bild mag helfen:

Wenn Du einen guten Tag hattest und am Abend mit einem Freund eine Flasche Wein trinkst, wird die Erfahrung auch ganz eindeutig und klar sein spätestens am nächsten Morgen. Dein Hangover ist aber noch lange kein Zeichen dafür, daß Du fortan ein Alkoholiker bist. Im gleichen Maße bist noch lange kein Erleuchteter, nur weil sich ein paar Sekunden realisierten Bewußtseins eingestellt haben. Ich empfehle Dir für einen derartig aufkommenden Gedanken Gleichmut. Gleichmut ist das, was sich in den beschriebenen Sekunden einstellt. Wenn Du nach diesen Sekunden, mit Erhabenheit und Allwissenheit ausgestattet bist, beglückwünsche ich Dich. Sollte dies nicht der Fall sein, bleibe fröhlich und bescheiden. Nichts ist schlimmer auf dem Weg, als sich in Vorstellungen zu verfangen. Dies gilt umso mehr, wenn sich andere Sucher in Deinen Vorstellungen mit-verfangen.

…………………………………………………………………..
…m…

Beitragsbild: Surfer im Tunnel Photograph leider unbekannt