Zen … in der Kunst überall Bäume zu sehen

Zen … in der Kunst überall Bäume zu sehen

5. April 2021 2 Von Michael Muschke


„Das Universum funktioniert nach ganz einfachen Gesetzen. Anderenfalls wäre es schon
längst wieder verschwunden. Es
ist sehr komplex aber
überhaupt nicht
komliziert.“

🙂


Hallo und herzlich Willkommen zu meinem neusten Blog. Die Natur ist ein gutes – meiner Erfahrung nach, das beste – Vorbild. Auch wenn der Mensch ja ebenfalls ein Kinder der Natur ist, durch unsere intellektuelle Vorgehensweise, gestalten wir die Welt oft unausgewogen machen Dinge kompliziert. Deshalb lerne ich gerne und oft genug, all das wieder loszulassen bzw. zu vergessen, was mir meine Lehrer beigebracht haben. Die Natur ist mein Vorbild.

Ich bin daher nicht mit jedem Punkt, wie die zivilisierte – besser vielleicht, domestizierte – Gesellschaft mit dem Leben umgeht, im Reinen. Heute kann ich allerdings ganz gut damit leben und kümmere mich lieber um mein eigenes Glück und teile dieses nur, wenn es erwünscht ist. Ich habe das Missionieren aufgegeben.

In vielerlei Hinsicht verhalte ich mich wie ein Baum. Bricht ein Zweig ab, wachsen kurze Zeit später an dieser Stelle zwei neue. Dreht sich das Licht, wenden sich die Blätter. Im ›Keltischen Baum-Horoskop‹ bin ich eine Ulme und wenn ich die Interpretationen lese, finde ich mich dort wieder.

Zwei Fichten, seit 16 Stunden in Ton-Schale

Solitär-Bäume – also solche, die allein herumstehen – bekommen von allen Seiten, Sturm, Regen, Hagel, Licht ab und wenn es blitzt, sausen die elektrischen Partikel, durch seine Zweige, Äste und Wurzeln. Solitär-Bäume werden aber auch von Liebespaaren, spielenden Kindern und Schutzsuchenden aufgesucht. Sie sehen schön aus und entwickeln all ihre Aspekte. Auch diesbezüglich finde ich mich in der (reifen) Ulme wieder. Ulmen kommen hervorragend als Solitär-Baum zurecht und sie lieben es, Heranwachsenden und Schwachen Schutz zu bieten.

Auch Bäume müssen mit Verletzungen
weiterleben.

In einem Buch über Bonsai habe ich einem gelesen, daß ein alter Meister gesagt haben soll: „… ich beschneide nicht die Bäume, ich vervollkommne mein Sicht.“
Das ist mir sehr sympatisch und wenn man so einen kleinen Baum in einer Schale sieht, ahnt man etwas. Wer hat heute noch die Geduld und Beständigkeit, über Jahre und Jahrzehnte Bäume in einer Mini-Schale täglich zu wässern, ihnen Aufmerksamkeit zu schenken und ihm all die Dinge ›anzutun‹, die jenen, großen Exemplaren auch zuteil werden?

Zwei Fichten, 16 Stunden in Ton-Schale 24cm

Eine der größten Lehren, die ich von meiner Mutter mit auf den Weg bekommen habe ist, die Natur zu achten und ihr mit Respekt zu begegnen. Wir waren viel in der Natur und ich habe es schon als Kind geliebt, in den Wäldern spazieren zu gehen. Ich fand es faszinierend und unheimlich, in einem Wald herumzustrolchen. Auch hatte ich meine Mutter für die ersten acht Jahre ganz allein und als meine jüngere Schwester zur Welt kam, durfte ich meine Erfahrungen und das Erlernte ausprobieren weiterreichen.
Als Jugendlicher bin ich viel mit dem Fahrrad unterwegs gewesen, habe meine freie Zeit sehr gern in Wäldern oder an Solitär-Bäumen, fast immer allein, verbracht. In jenen Tagen habe ich auch das Zen und mein in ihm verstricktes Wesen entdeckt.

„Zen ist das ganz alltägliche
Bewußtsein.“

Zen, Bonsai, Meditation, Raku all diese ›Dinge‹ beschäftigen sich mit der Natur und gehören so selbstverständlich zu mir, daß ich mich nicht mehr wundere, wenn meine Aufmerksamkeit in einen dieser Bereich gezogen wird.

Buche, zwei Tage im Raku-Topf 26 cm

Die derzeitige Situation sperrt mich in machen Punkten ein. Ich habe meine wenigen Freunde in meiner Heimat Deutschland. Dazu lebe ich einen Kilometer in der Luftlinie von Deutschland entfernt. Wir leben hier nicht in Österreich oder Deutschland, sondern in einem kleinen Dorf, in einer wunderschönen Gegend. Der Wald ist eine Minute von meiner Wohnung entfernt und weil wir hier auf knapp 1.000 Meter Höhe leben, ist die Natur etwas rau. Alles was hier lebt, ist zäh und besticht durch eine etwas stoische Beharrlichkeit aber wir sind eben auch dem Himmel etwas näher, bekommen mehr UV-Licht und der Schnee besteht wirklich aus Wasser und ist noch richtig weiß. Wir müssen hier oben – ob wir wollen oder nicht – nur MIT der Natur leben.

Buche, 24 Stunden im Raku-Topf 20 cm

An manchen Stellen findet man natürliche Bonsai’s Bäume, die den Umwelteinflüssen und begrenzten Nährstoffen trotzen, wunderschön aussehen und einfach nur etwas kleiner sind. Und genau wie an diesen Bäumen jede Veränderung ihre Wirkung hinterläßt und sich in seinem Aussehen widerspiegelt, so erlebe ich, wie ich mein Verhalten und meine Interessen sich anpassen. Ich lasse mich von der Natur führen. Es ist natürlich, in dieser Zeit mehr meditieren zu wollen, lieber im Wald zu sein, als in der Stadt und auf Fertiggerichte zu verzichten statt dessen lieber frischen Bärlauch zu sammeln. All diese ›Dinge‹ stärken das Immunsystem. Geht es nicht letztlich darum mit der Situation umgehen zu können und gesund zu sein?

Fichte, 16 Stunden in Ton-Schale 24 cm

Frohes Ostern … Wiedergeburt

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Beitragsbild: Baum, Natur und Schale Judy Boyle (USA)