Zen … in der Kunst seiner inneren Stimme zu folgen

Zen … in der Kunst seiner inneren Stimme zu folgen

1. Februar 2021 0 Von Michael Muschke


„Je unverschämter und größer eine Lüge ist,
um so eher wird ihr geglaubt und

die größte alle Lügen, ist
der Selbstbetrug.“

Manchmal – beginne ich es zu begreifen! In diesen Momenten erinnere ich mich. Ich erinnere mich an meine Kindheit und Jugend. Ich erinnere mich an Musik … Musik war meine erste Liebe. Na ja … vielleicht nicht wirklich die Erste. Anyway.
Musik umgab mich schon immer. Es war schwierig durch die Stunden in der Schule zu kommen und das erste nach der Schule war, eine Schallplatte aufzulegen. Es gab kein Bluetooth oder WLAN. Wir hatten keine MP3-Player oder einen Walkman. Das alls kam später. In den Wohnungen meiner Mitschüler standen irgendwelche pop-farbene Plastik-Plattenspieler mit integrierten Vrstärker. Ich war diesbezüglich – inspiriert durch meinen Vater – schon auf eine andere Ebene gehoben worden. Er war ein echter Musik – besser wahrscheinlich – Stereo- und später HiFi-Anlagen-Fan. Ein Teil seines Ehevertrags mit meiner Mutter bzw. seiner Frau bestand darin, auch ein Schlafzimmer zu kaufen … wenn er den seine, verhältnismäßig exorbitante Stereo-Anlage im Echtholz-Gehäuse, bekommen wollte. Er liebte mich genug mir beizubringen, wie man das Teil einschalten konnte und wo man drehen muß, um die verschiedenen Sender im Radio anzuwählen. Ich sprach in jenen Tagen noch nicht aber wenn, Rocco Granata’s:

› Marina ‹

die Röhren der Stereo-Anlage erhitzte, wurden auch mein Herz und meine Stimmbänder in meinem – damalig eher pummeligen Körper – in italienisch-warme Vibration und Stimmung versetzt.

„Marina, Marina, Marina
Ti voglio al piu‘ presto sposar.“

Marina war ›mein‹ … in jenen Tagen. Genaugenommen liebte ich wohl den Tatbestand, daß Musik mich verzauberte und Rocco so schön italienisch sang. Als Kind werden einem Wünsch oft erfüllt … wenngleich ich mich in jenem Fall schlicht auf meine innere Welt zu beschränken hatte. In den ersten Jahren leben wir Menschen, nicht sehr begrenzt udn Musik, Stereo-Anlage, die Arme meines Vater, sein Geruch udn seine Freude berühreten wohl als Einheit mein Herz.
Doch auch Roccos Sorge und Bitte – nicht verlassen zu werden – zeigte sich mächtig! Angezogen von jenen, in mir schlummernden Potentialitäten, wählte ich instinktiv und zielsicher, wovor ich mich am meisten fürchtete. Ich lieferte dem Feuer sozusagen den Brennstoff. Alles nur, um meinen innigsten Wunsch – nach einer heilen Familie – gegen die Angst, sie vielleicht zu verlieren einzutauschen. Anyway.
In jenen, jungen Jahren meines Daseins wurden ohne Frage die Referenzen für den Fortgang meines späteren Lebens gesetzt … in vielerlei Hinsicht.

Mit zwölf baute ich meine erste Lautsprecher-Box. Ein paar Jahre später stand ein VOX AC30 neben meiner Fender Strat und heute renne ich sogar mit einem H.E.A.D. in der Gegend herum, in welchen Röhren-Endstufen verbaut wurden! Musik ist wie Sauerstoff für mich!

Der Raum – so kam es mir häufig vor – schien etwas größer zu werden, wenn wir darin unsere Musik abspielten … zu ihr sangen, tanzten oder auch einfach nur den Takt mit-trommelten. Einige Bands aus meiner Jugendzeit sind auch heute noch in meiner Sammlung zu finden. Um ehrlich zu sein, … die meisten stammen aus jenen Tagen!

Wie ein schwer-warmes Parfüm – unmöglich sich nicht davon einhüllen und umschwärmen zu lassen – sind diese Erfahrungen in meinem Nervensystem hinterlegt. Sie verbinden mich mit meinem – viel zu früh gestorbenen – Vater. Sie verbinden mich auch mit meinem eigenen Sohn, den ich mit seiner Mutter zurücklies, um dem Ruf meiner überlauten, inneren Stimme zu folgen. Sie verbinden mich mit meinem Sohn, weil ich das Familien-Muster – Vater, verliert Sohn bzw. Sohn, verliert Vater – über knapp drei Jahrzehnte bzw. in Tausenden von Meditationen fühlen durfte. Ich sollte besser – mußte – schreiben! In vielerlei Hinsicht ist dieser Blog genau deshalb und besonders meinem Sohn gewidnet. Ohne Zweifel wird in diesem Moment ein großes (Frage)Zeichen meiner eigenen Vorgehensweise sichtbar. War all das einfach nur aus Egoismus getrieben? Ist die Tatsache, daß ich mein Leben immer und immer wieder hinterfrage ein Beweis dafür, schuldig zu sein? Warum fühle ich mich unwohl damit, jemanden zu verurteilen oder ihm Schuld zuzuweisen? Entspringt dieses Verhalten meinem Wunsch einen Freispruch zu erwirken?

Ich habe ein unfaßbar reiches Leben führen dürfen und die Erfahrungen gestalten meine Meditationen intensiv-bunt. Mehr als das ist mein Sein durchtränkt von Stille. In der Stille höre ich sie – die innere Stimme. Klar und deutlich ruft sie – manchmal schreit sie sogar! Wenn ich heute meine Tage und Nächte betrachte, drängt sich eine Erkenntnis auf. Der Klang meiner inneren Stimme, hat sich nicht im geringsten verändert. Er ist weder älter, leiser oder sanfter geworden. Aber in meinem Körper manifestierten sich über die Jahre endlos viele Nervenbahnen. Mit diesen Geweben erlebe ich mich und meine Umwelt auf eine unfaßbar reiche Weise – werde dadurch in die Lage versetzt, glücklich und frei in Resonanz zu gehen.

Als Kind erlebet ich diesen Reichtum auch. Ich hatte kein Bild davon, diesen Reichtum je verlieren zu können. Als Jugendlicher begann ich zu Reflektieren und verlor meine Unbefangenheit…

…ich habe viele Jahre gedacht verrückt zu sein bzw. zu werden. Wenn ich das Geschen um mich herum bzw. in der Welt und den zwischen(un)menschlichen Wahn betrachte, bleiben kaum noch Möglichkeiten, dieser – sich nun eher absurd darstellenden – Vorstellung zu folgen. Das Leben eines jeden Menschen ist eine Perlenkette aus Vorstellungen, Annahmen und Fehlern. Der größte aller Fehler ist, anzunehmen, keine zu begehen bzw. ohne Fehler zu sein!


Die innere Stimme lenkt meine Aufmerksamkeit weg von diesem Wahn und ich folge ihr – più che mai – um gesund zu bleiben bzw. nicht wirklich verrückt zu werden. Meine innere Stimme wehrt sich dagegen, in irgendeine groteske Richtung verrückt zu werden. Das Geschrei bzw. die frag-würdigen Maßnahmen um den Virus schaden den Menschen mehr, als es dem Virus selbst überhaupt möglich ist und wenn es so weitgeht, werden wir unsere Städte in inter-regionale Irrenhäuser verwandeln. Wenn Du diesen Blog liest, sollte es stiller in Dir werden. Mach‘ mal eine saubere Abrechnung … in Bezug auf Deine Vorgehens- und Denkweise. In der Stille findest Du die Antworten, die sich gerade – ohne Frage – in jedem von uns auftun. Wenn Du Deine innere Stimme nicht mehr hörst, ist es Zeit anzuhalten und Meditieren zu lernen. In diesem Sinne … vielen Dank, für Deinen Besuch und alles Gute.

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Beitragsbild: Yoga-Stand at a Beach Dana Tentis (Griechenland)