Zen – in der Kunst ›allein‹ zu sein.

Zen – in der Kunst ›allein‹ zu sein.

3. Dezember 2020 0 Von Michael Muschke


„Wenn man allein lebt, bleiben machmal die Uhren eine Zeitlang stehen! Zumindest kommt es mir so vor.“

Wenn die Zeit stillsteht, können wir einen tieferen Blick in uns hineinwerfen. In den ›Extremen‹ fühlen wir uns absolut glücklich oder aber uns fällt die ›Decke auf den Kopf‹.

Allein zu sein und sich damit rundherum wohl zu fühlen, müssen wir uns erarbeiten … müssen lernen, mit diesem Zustand Frieden zu schließen. Viele Menschen können mit sich selbst und ganz allein, nicht viel anfangen. Warum?

Das Leben der meisten Menschen ist auf Beschäftigung getrimmt. Nichts zu tun, ist bestenfalls im Urlaub legitim. Wir tun so, als wären tätige Menschen mehr wert.


Die Meister sagen: „Auch jene, die nur dasitzen und schweigen, dienen.“

Das habe ich viele Jahre praktiziert und die Extreme kennengelernt. Wir sind soziale Wesen – leben nicht genre allein – besitzen aber alles, was wir benötigen um allein glücklich zun sein. Das empfundene Glück sollte nicht von äußeren Bedingungen abhängig sein. Ich glaube, daß wir bessere Partner füreinander sein könnten … wenn wir im ›Allein-sein‹ Erfahrungen sammeln.

Wenn da nur nicht dieses Gefühl der Leere wäre – nicht wahr? Ja, ich kenne dieses Gefühl. Ich kenne auch den Schmerz, verloren zu sein. Die Sehnsucht, wenn nach einem schönen Tag, das Allein-sein einem in die Knochen zieht. In solchen Stunden sind die Tränen bitter.

Ich habe einen Fehler gemacht – ich meine, ich habe Millionen von Fehler gemacht – aber in Bezug auf das Allein-sein ist mir ein ganz entscheidender Fehler unterlaufen. Mein Ansatz war, das Allein-sein zu managen, in dem ich mich unabhängig mache. Nothing wrong with that, so fare. Nach einigen Jahren Training kann ich auch auf Erfolge zurückgreifen. Allerdings gibt es auch Gewohnheit und es beschleicht mich in letzter Zeit der Verdacht, daß diese einen größeren Einfluß auf mein Be- bzw- Empfinden besitzt, als ich es wahrhaben möchte. Das war ganz und gar nicht mein Plan! Schlimmer als das – ich habe nicht die geringste Ahnung, wie ich es in Ordnung bringen soll!


„Auch jene, die nur dasitzen und schweigen, dienen.
Okay – warum fühlt es sich dann aber so an,
als hätte ich Jahre meines Lebens
vergeudet?

Warum fühle ich mich allein!?“


Das sind die Fragen, welche unweigerlich auftauchen von Zeit zu Zeit. Sie legen meiner Meinung nach nur Zeugnis ab. In ihnen schwingt immer mit, daß ›Allein-sein‹ etwas nicht so Gutes ist. Eine weitere Frage ist, ob sich nicht jeder Mensch immer einmal so fühlt, egal wie er sein Leben verbringt. Meiner Erfahrung nach ist das der Fall, nur fühlen wir es eindeutiger, wenn niemand um uns herum ist.

Meine Enthaltsamkeit ich möchte es jetzt einfach einmal so nennen hat Vor- und Nachteile. In der Vergangemheit habe ich mehr Vorteile gesehen weshalb ich mich dazu enschieden hatte, ohne Partnerin zu leben. Es ist viel Gutes daraus geboren worden, doch ich kann mir nun gut vorstellen einen Teil oder den Rest der Strecke auch mit jemanden zusammen weiterzugehen.

„Fühlst Du das ›ABER‹ an dieser Stelle?“

Es schwingt sich aus der Vergangenheit auf und mit ihr gängeln mich die erschaffenen Gewohnheiten. Das Erschaffene möchte weiterleben und zeichnet den Tag vor. Darum ändern so viele Menschen nichts an ihrem Dasein … alles läuft so weiter, wie es eingerichtet wurde. Dies auch dann, wenn sich keine große Erfüllung mehr aus ihm dem Dasein gewinnen läßt. Ein so geführtes Leben läßt sich nicht wirklich als spirituell bezeichnen. Es ist eher das Gegegenteil. wie ich in diesem Moment spüre. Wenn Du an diesen Punkt gekommen bist, wird es interessant. Was wirst Du tun? Dich neu erfinden oder einfach nur wiederholen?

Du bist in guter Gesellschaft,
mit Deinem Allein-sein.

🙂

…………………………………………………………………
…m…

Beitragbild: … auf der Fähre nach Schweden 2012