Was würdest Du tun…

Was würdest Du tun…

25. Oktober 2020 2 Von Michael Muschke


…wenn Du aus dem Schlaf erwachst und Dir klar ist „Jetzt beginnen meine letzten drei Tage hier auf der Erde!“

Intellektuell gestehen wir uns ein – möglicherweise im nächsten Moment den Löffel abzugeben. Wenn wir unser Leben betrachten, sind viele Aktivitäten garantiert nicht das, was wir uns für die letzten 72 Stunden wünschen. An keiner anderen Stelle wird so deutlich sichtbar, daß wir (persönlich) etwas verändern müßten. Wir suchen nicht nach Glück, sondern ›geben uns zufrieden‹.

„Was wirst Du in den nächsten
72 Stunden tun?“

Gestern wurde ich von meinen Nachbarn unerwartet zum Mittagessen eingeladen. Nichts Besonderes – oder? Stimmt und doch…

Ich lebe in einem Dorf in den Bergen … bald sind’s 15 Jahre. Das Dorf liegt in Österreich – freiwilliges Exil. Das Dorf ist klein, liegt grenznah … Heimat.

…es war die erste Einladung in all den Jahren. Zweifelsfreie Sicherheit:

„Es gibt nur einen einzigen Grund, warum Einladungen in der Vergangenheit an mir vorbeizogen. Ich hatte 24 Stunden jeden Tag aber habe mein direktes Umfeld nicht wahrgenommen. Immer gut beschäftigt … eine funktionierende Maschine und Gefangener meines Treibens.“

Ich war allein und meine Gastgeber in der Überzahl … eine Familie … drei glückliche Kinder. Die erste Stunde ging die Post ab. Drei Energiebündel, meinen Besuch nutzend. Yes … let’s push the limits! Alle Tricks und besonderen Fähigkeiten vorführen! This is it! Now!

Das Wohnzimmer ist offensichtlich und ohne Zweifel für solche Aktionen ausgelegt. Drei Kinder im Haushalt … Wohnzimmer wird Raum zum Leben. Grenzen existieren … in Köpfen. Das Motto war:

„Liebe verschenken … wer will
noch ein Bißchen mehr?!“

Eine Sorge stieg auf … ich mag nichts mehr verpassen. Ein kindlicher Ansatz – nichts verpassen zu wollen – stimmt. Und doch auch Spiegel, hoher Zeit- und Lebensqualität! Kurzerhand … den überfälligen Familie-Zugehörigkeit-Status zuerkennen:

„…Onkel Michael kommt nicht alle Tage, aber wenn er da ist,
macht er immer schön viel Blödsinn.“

Kinder sind das Glück der Erde … sie konfrontieren, sind direkt und vorbehaltlos. Sie spielen keine Zuneigung … hören auch nicht darauf, was wohlmeinende Eltern über ihr Vorgehen zu melden haben. Wir müssen auf sie achten – eindeutig – Ihnen zeigen, wie man die Stunden und Minuten glücklich erfährt.

Really?

Wir sollten unser hohes Roß zum Abdecker bringen! Es sind die Kinder, welche uns ermutigen, lieber auf Glückseligkeit zu achten. Diese natürlichen Wunder sind Gesandte des Himmels und nach zwangsverodneten 12 Schuljahren sind sie dann schließlich mental und emotional genauso zugenagelt, wie wir selbst. Wir erledigen diesen Job … verpassen ihnen ein Korsett, aus Regeln. Sinnlosigkeit … Markenzeichen einer Zeitepoche.

Das Glück der Erde… Philippines 2001

Der ›Onkel‹ … gecheckt und allgemein abgesegnet. Es gibt keinen Grund mehr, die bis dato noch zart vorhandene Zurückhaltung weiterhin aufrechtzuerhalten.

Nach einigen Stunden gehe ich schließlich wieder zurück – in mein stilles Reich, auf der anderen Seite der Straße – spüre das Übermaß an Liebe, in meinen Zellen widerhallen. Spüre die Gastfreundschaft, sehe, wie meine Bedenken zerfallen … unter dem geheimen Antrieb der Sendboten Gottes.

Kinder kommen aus einer besseren Welt. Sie vergessen manchmal die Zähne zu putzen. Zahnbeläge – ein Spiegel falscher Ernährunggewohnheiten. Unsere Kinder haben sich sich das nicht ausgedacht! Sie spielen keine Zuneigung … prüfen einen Menschen – emotional – und danach ist er Freund oder eben nicht.

In Bonn aufgenomme Clique 2004

Warum erzähle ich Dir das?

Nun – eine der Regeln beim Bloggen ist: Sprich nicht so viel von Dir selbst, es geht um den Leser. (Männliche Künstler sprechen immer und nur von sich selbst. What kind of nonsens is this?)

Exakt, es geht um den Leser!

In der zweiten Regel kommt fast immer der Hinweis, wie ich an Dein Geld herankomme, welches Du unter dem Kopfkissen verschanzt.

Um was geht es?
Um das Geld der Leser natürlich!

„Die Stunden, welche ich gestern bei meinen Nachbarn verbringen
durfte, besaßen exakt die Qualität, wie ich sie
mir für mein Leben wünsche … bis zu meinem letzten Atemzug wünsche!“

Und was wünsche ich Dir?

Ganz einfach, daß Du Dein Leben in einer solchen Fülle (er)lebst, als wären es die letzten Minuten,
mit Deinen Kindern!


Ich blogge, weil es mir unglaublich viel Freude bereitet.

Ich blogge, weil es fast immer um Geld geht – auch bei den Bloggern.
ICH mache es trotzdem anders!

Unser größtes Problem ist, daß wir mit den 24 Stunden unseres Tages in der Regel so endlos wenig anzufangen wissen, daß es gerade noch dafür reicht, jede noch so kleine Aktivität in Euro und Cent abzurechnen. Und wenn wir dann schließlich gut oder gar grandios verdienen, schauen wir trotzdem nicht über unseren eigenen Tellerrand hinaus!

Was für ein Armutszeugnis!

Zeitzeuge trifft Empathie – Einsicht in das Getriebe der Welt. Situationen emotional verstehen … wie ein Kind.

Die gerade pubertierende Generation spiegelt vollkommen, wer wir (un-reifen) Erwachsenen sind – was wir lehren, wovor wir uns fürchten. Sie präsentiert uns das un-heil-volle Chaos, welches wir erschufen und weiter vorantreiben – erdulden oder mit Unschuldsmiene bzw. abwehrender Haltung verdrängen.

Die meisten Menschen würden nur schwerlich mit dem angesagten, nahenden Tode zurechtkommen. Wir haben uns angewöhnt, selbst grundlegendste Dinge des Lebens durch intellektuelles Gehabe zu verschleiern. Wir leben wie Maschinen, die sich via Tagesschau und Print-Medien ein- und ausschalten bzw. programmieren lassen.

Wir wissen, daß wir zu viel Zeit mit Sinn-entzogenen Zeug verbringen – wissen mit absoluter Sicherheit, wie endlos viel kostbare Lebenszeit wir schon vergeudet haben … leben auf einem Fundament aus Lügen – werden trotzdem sterben – und nur, wie wir in der Zeit zwischen Geburt und Tod gelebt haben, zählt.

Du kannst in 72 Stunden nichts nachholen. Starte in diesem Moment mit Deinen letzten 24 Stunden auf Erden und danach lebst Du die nächsten 24 – and again and again and again. Wenn Du Deine Lügen entdeckst, wird Dein Leben intensiver und reicher. Kommuniziere – du bist nicht allein.

This is for you!

I am so grateful for your kind- and openness.
Love

……………………………………………………………
…m…