Liebeserklärung II

Liebeserklärung II

20. Oktober 2020 0 Von Michael Muschke


„Manchmal glaube ich, Gott mag mich nicht!“

Anstatt mir Sonnenschein übers Haus zu legen, taucht er alles in graue Schleier. Heute, früh am Morgen, hat er mir meinen Selleriesaft quer über den Herd geschüttet und mein doppelwandiges Lieblingsglas zerdeppert. Natürlich muß ich das Chaos beseitigen und den Schaden ausgleichen. Oder ist es vielleicht doch anders?“

„Wir lieben es Schuldige zu finden und wenn sonst niemand zur Verfügung steht, muß eben Gott herhalten. Der Saft war nicht mehr zu retten, aber das Glas sah ich noch rollen. Anstatt zuzugreifen, schaute ich einfach nur zu. Überhaupt – ich hatte das Glas vollkommen idiotisch unter den ›Safter‹ gestellt und das Teil vibriert nun einmal bei seiner Arbeit. So mußte es schließlich weggerutschen und herunterfallen.

Meine Kochecke erstrahlt nun in ihrem gereinigten Dasein, die Scherben sind gekehrt und meine Finger bluten nicht … it could have been worse! An einem Dienstag sollte man ohnehin lieber eine ordentliche Vorgehensweise wählen – Mars verzeiht alles andere eher selten.“


Willkommen zum Teil II meine Liebeserklärung

Am Anfang war das Wort – sagen wir – und es war bei Gott. Nada Brahma – Gott ist Klang – lehren uns die vedischen Weisen in ihrer Sprache, dem Sanskrit. Eine Ohrfeige läßt sich besser verdauen, als emotional verletzende Worte. Auch die fehlende Bereitschaft eines Partners, sich verbal einzubringen kann jemandem als Verletzung vorkommen. Wenn wir alle egozentrischen Aspekte übersehen, bleibt einfach eines ganz offensichtlich:

„Worte besitzen sehr viel Macht und sie verhalten sich gerade deshalb wie
Projektile einer Schußwaffe. Einmal entlassen, sind sie nur schwer
zurückzunehmen.“

Ich liebe Worte und noch mehr die deutsche Sprache. Weiter vermute ich, daß dies mehr also ohnehin für meine Zukunft der Fall sein wird. Durch den astrologischen Wechsel der Herrschaftsperioden (Maha Dasha) von Saturn zu Merkur kann dies interpertiert werden. Merkur steht unter anderem für den Intellekt und Worte sind die erste Wahl des Intellekts. Worte erreichen unser Gehör, dem feinsten der fünf Sinne. All diese Aspekte sind mir gefühlsmäßig so geläufig, daß sie mich umgeben wie das Gas, welches meine Lungen füllt.

Verliebte können nicht aufhören zu schwärmen und wenn sie nach einigen Jahrzehnten immer noch gemeinsam das Leben teilen, ist ihr rosaroter Schleier einer tiefroten Glut gewichen. Die Strohfeuer meiner Jugend sind längst vergangen. Mein Leben bis zu diesem Zeitpunkt war ein Ausprobieren, … in den letzten Jahren auch Reflexion. Nötige Anpassungen waren unumgänglich und nun zieht mich die Gegenwart in den Bann. Merkur liebt die Gegenwart und als Weitsichtiger werde ich ohne Frage mit neuen Herausforderungen konfrontiert.


Wenn Du einer Gruppe von Menschen zuhörst, wirst Du sehr schnell erkennen, wie unterschiedlich wir alle sind. Genauso unterschiedlich ist die Art und Weise wie wir Worte benutzen, Sätze bilden und welche Ziele wir damit verbinden. Noch eindeutiger wird dies sichtbar, wenn wir unterschiedliche Sprachen sprechen und uns bemühen, einen Sachverhalt oder jemanden unser Gefühl mitzuteilen. Manchmal scheinen wir verschiedene Sprachen zu sprechen … selbst dann, wenn wir die gleiche Muttersprache benutzen. Ein anderes Mal fühlen wir eine totale Verbindung zu einem fremden Menschen … auch ohne, das wir Worte benutzen.

Die Regeln, wie wir unsere Sprache benutzen, befassen sich fast ausschließlich damit, sachlich korrekt Worte zu schreiben und den Sinn eines Satzes verfassen zu können. Für den weiteren Inhalt der Information in einem Artikel müssen wir uns mit Satzzeichen, Paragraphen und Formulierungen auseinandersetzen. Auch diesbezüglich gibt es Regeln. Dann gibt es noch ein paar Dinge, die wir durchaus ›auslegen‹ können. Dieser Bereich birgt ein Potential, das oft nie wirklich gehoben wird.

Es sagt eben auch etwas aus, ob jemand ›Photo‹ statt ›Foto‹ benutzt. Es beschreibt einen anderen Sachverhalt, wenn ich Auslassungspunkt statt einem Gedankenstrich benutze. Die Pause ist bei den drei Auslassungspunkten länger, und wenn ein Satzteil vor diesen abgeschlossen ist, kann ich durchaus ein Komma setzen und noch die Punkte obendrein. All das gerät mehr und mehr in Vergessenheit. SMS’s sind keine adäquate Alternative zu einem Brief … dafür waren sie auch nie gedacht. Briefe werden heute digital geschrieben und versandt. Dürfen wir den Angeschriebenen deshalb ungenannt lassen? Sorry … nicht in meiner Welt!

Da wir nun mit Computer und im Internet unterwegs sind, sollten wir ein paar Reformen durchführen und nicht nur Umlaute begraben. Vor allem müssen wir genauso sorgsam unsere Sätze formulieren, wie dies handgeschrieben der Fall gewesen ist. espekt, Klarheit im Ausdruck und dergleichen sind nicht entbehrlich geworden. Wir benötigen sie mehr denn je.

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…m…