Im Reich der Sinnlichkeit

Im Reich der Sinnlichkeit

21. Oktober 2020 2 Von Michael Muschke


Die Atemberaubende Schönheit – photographisch
festgehaltener Momente

Heute möchte ich einige sinnlich-erotische Photos zeigen. Vor allem aber auch meinen Ansatz bezüglich sinnlicher Arbeiten vorstellen. Die Photos entstanden unter zwei verschiedenen Ansätzen. Zum einen im Sommer 2005, im Zuge eines geplanten Erotik-Bandes, – welcher allerdings nie das Licht der Welt erblickte. Ich beabsichtige, dies nachzuholen.

🙂

Zum anderen im Zuge von ›Stadtbesuchen‹ mit mir unbekannten Menschen. Durch Blickkontakt, Geste oder kurze Rücksprache wurde mir das Einverständnis für die jeweilige Aufnahme signalisiert. Generell bin ich bei diese Art ›Wegelagerei‹ nur selten auf Ablehung gestoßen. Im Gegenteil – ich wurde in vielen Situationen einer großen Offenheit gewahr.

In vielerlei Hinsicht sind erotisch-sinnliche Photo-Session eine Herausforderung. Natürlich möchte ich möglichst gefällige Photos von einem Menschen liefern. Vor allem aber dürfen die Aufnahmen für mich nicht gestellt wirken … es paßt – meinem Empfinden nach – nicht zur Sinnlichkeit und überhaupt, … sie sollte in dem Moment vorhanden sein! Gestellten Aufnahmen fehlt es daher häufig an Subtilität. Letztlich ist das vielleicht auch eine Frage des Geschmacks. Mit Sinnlichkeit & Erotik zu spielen ist eine feine Sache, wenngleich man einen schmalen Grat zu überqueren hat. Es funktioniert spielerisch, wenn zwischen Model und Photographen ein großes Vertrauen besteht..

Besonders reizvoll finde ich, Amateure vor die Linse zu bekommen. Wenn eine Mischung aus Bereitschaft, etwas von sich preiszugeben und genügend große Zurückhaltung sich die Waage halten, werden die Arbeiten genau so, wie sie mich am meisten berühren. Meine Empfindung wurde bisher fast immer durch die Models bestätigt. So unterschiedlich sind wir dan doch nicht. Natürlicher Charme und Sinnlichkeit scheinen eher einer universellen Struktur zu folgen.

Sabine 2005

Das Beitragsbild zeigt Sabine, an dieser Stelle ist sie noch einmal zu sehen:

Sabine wurde mir von einer langjährigen Schülerin vermittelt und wollte schon immer einmal vor die Kamera, hatte sich aber dann doch nie getraut. Ihre Offenheit und anmutige Aufrichtigkeit, haben mich schier umgehauen. Die Chemistry hat von der ersten Sekunde 110-prozentig gestimmt. Sabine war super-neugierig und zeigte sich total experimentierfreudig.
Ich habe in meinem langen und aktiv-intensiven Leben nur sehr selten ein solches Feuerwerk in einem Augenpaar gesehen! Niemand kann so etwa spielen … es ist entweder vorhanden oder eben nicht. Sabine hat im Sommer 2005 mein Verständnis für ›Kontakt-Improvisation‹ vollkommen neu definiert und die Referenz für meine photographische Arbeit in diesem Genre auf eine andere Ebene gehoben.“

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Die meisten Menschen sind irgendwann in ihrem Leben einmal auf der Suche nach ihren eigenen Referenzen besonders auch in Sachen Sinnlichkeit. Das geschieht natürlich nicht immer mit bzw. vor der Kamera. Um herauszufinden, was mich am meisten bewegt – in Bezug auf Sinnlichkeit – war die Kamera lange ›DER‹ Trick schlechthin. Ich benötigte den sicheren Abstand, um herauszufinden, was mich am meisten berührt. Ein emotionaler Klärungsprozeß – ganz ohne Therapeut. Letztlich herrscht in eine Photo-Session Stille vor und die ›Berührungen‹ werden durch die jeweils eigene Bereitschaft hervorgerufen. Die Lust am Voyeurismus in ihrer Reinform.

Wir wissen, Erotik & Sinnlichkeit spielen sich vor allem im Gehirn ab und die Lust etwas von sich preis zugeben, spiegelt sich vor allen in den Augen wider. Wenn der Mensch vor der Kamera mitspielt, erfährt er einen transzendentalen Zustand. Wir nennen das heute den ›Flow‹. Das Gefühl für den Fortgang der Zeit, verändert sich in diesem Zustand und es kommt häufig zu leicht euphorischen Zuständen. Auch werden häufig Glück und Leichtigkeit empfunden.
Meditierenden ist dieser Zustand nicht neu, aber in Aktivität begriffen, fühlt es sich doch noch einmal etwas anders an. Für jemanden, dem der ›Flow‹ bisher unbekannt war, ergibt sich eine neue Erfahrung – eine neue Dimension von Erfahrung – und das kann wirklich ein Tor in eine bisher unbekannte Welt öffnen. Photographie als Einstieg in erweiterte Bewußtseinzustände? Warum nicht?!

Monika 2005

„Mit Monika verbindet mich eine sehr lange Freundschaft. Unsere Photo-Session war daher kein ›Blind Date‹ … wir wußten beide, worauf wir uns einließen. Trotzdem wurden Empfindungs-Nuancen sichtbar, die in unserer Freundschaft bisher und so nicht das Tageslicht erblickt hatten. Die Große Vertrautheit machte die Arbeit mit Monika zu einem super-sinnlichen Spiel.“

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Mit den Augen eines Heilers: Sicher ein besonderer Aspekt in meiner photographischen Arbeit ich bin mit einem Auge immer der Heiler und mit meinem Herzen der Lehrer für Meditation. Die Welt durch die Kamera zu betrachten, erweitert das Spektrum meiner Möglichkeit: Jemanden zu zeigen, wie ich ihn sehe und der Mensch vor der Kamera sich selbst wahrscheinlich noch nie gesehen hat. Der Gemütszustand mag ihm nicht vollkommen neu sein, aber wir haben eben nur selten die Möglichkeit, uns selbst dabei zu betrachten. Jede meiner Photo-Sessions war und bleibt immer auch eine Heil-Sitzung.

Monika 2005

Einem solchen Moment festzuhalten, ist die pure Glückseligkeit für mich. Besonders wenn alle Hüllen gefallen sind, werden zarte Empfindungen viel zu oft durch Ur-Instinkte, unbefriedigte Lust usw. gestört. Wenn es gelingt, diese durchaus natürlichen Tendenzen zuzulassen, ohne darauf zu reagieren, erhalten wir unsere Freiheit zurück. Letztlich sollen all die Triebe doch uns dienen und nicht wir ihnen. In solchen Moment erkennen wir auch leichter:

„Wir sind alle schön und mit Vollkommenheit gesegnet. Selbst mit den
Verletzungen, Narben und Unebenheiten ergibt das
Bild auf einmal einen tiefen Sinn.

Und – hier haben wir den Beweis für die brühmte Ausnahme. Die Wasserlinie im obigen Bild wurde nicht dem Zufall überlassen, sondern wunschgemäß eingestellt. Es handelt sich also um ein ›gestelltes‹ Photo.

🙂

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Mein liebstes Objektiv – wenn es um Portraits geht – ist ein Zoom mit einer durchgängigen Lichtstärke von 2,8 und einem Brennweitenbereich von 70-210 mm. Das Teil ist ein ziemlicher Schläger und kann durchaus als Waffe verstanden werden. Aber … die Kamera spielt in der Regel nach wenigen Minuten gar keine Rolle mehr. Ich arbeite wenn es möglich ist mit der längsten Brennweiten und so ergibt sich automatisch ein mehrere Meter langer Abstand, zwischen mir und dem Model. Das erhöht die Spannung und das Model – besser, der Mensch – vor der Kamera dominiert vollkommen anstrengungslos den Raum um sich herum. Auch diesbezüglich helfen mir meine Fähigkeiten als Heiler … ich baue immer ein kohärentes Feld zwischen mir und dem jeweiligen Menschen auf.

Orientalischer Charme Bonn April 2004

Nichts ist grandioser als die richtige Tageszeit mit ihrem natürlichen Licht! Wenn dann noch Reflexionen durch Wasser, Spiegel oder – wie hier im Bild – nasser Pflasterstein hinzukommen, schlägt mein Herz eindeutig höher. Die Aufnahme entstand 2004 auf dem Bonner Marktplatz. In solchen Momenten schwingt fast immer der Gedanke hoch, mein Leben vielleicht doch vergeudet zu haben. Hätte ich die Kamera vielleicht besser nie aus der Hand legen sollen? Bollocks keine Frage!

Die hier eingefangene Frühlingsstimmung finde ich absolut faszinierend. Noch ist alles gut verpackt – in solchen Situationen kommunizieren wir vornehmlich mit den Augen und physischen Gesten. Kleidung spielt natürlich auch eine Rolle und ganz ehrlich … ein verschenktes, zartes Lächeln ist doch wirklich ein Highlight unserer alltäglichen Begegnungen – oder? Im Sommer zeigen viele Ladys für mein Empfinden ein wenig zu offenherzig ihre Pracht und berauben sich damit ihrer natürlichen Ausstrahlung. Eine Frage des Geschmacks? Ich hege Zweifel…

Afrikanische Schönheiten im reflektierten Sonnenlicht Bonn April 2004

Anders als bei einer verabredeten Session ist die Straßen-Photographie natürlicherweise spontan. Ich finde das überaus reizvoll, aber nicht alle Menschen können damit sofort umgehen … es verlangt ein wenig Einfühlungsvermögen bzw. Respekt. Meine Erfahrungen diesbezüglich sind allerdings zu 99 Prozent positiv. Manchmal muß man einfach ein paar Worte miteinander wechseln. Wenn keine Übereinkunft zu erwirken ist, die Aufnahmen halt wieder löschen. Ich liebe es, ganz eindeutig durch die Straßen großer Städte zu ziehen … mit, aber auch ohne Kamera.

Die oft so hochgelobten perfektionistischen Ansprüche an die technische Umsetzung einer Aufnahme wird von meiner Seite klar in ihre Schranken verwiesen. Ich mag natürlich Perfektion – Mars im 10. Haus – aber sie spielt eine untergeordnete Rolle in der Straßen-Photographie. Der Mensch und die Umgebung, in welcher er sich bewegt, stehen im Vordergrund. Die eingefangenen Situationen spiegeln meine Ambition – das Leben sollte 24 Stunden am Tag in einer klaren Präsenz, für das was ist, gelebt werden. In den Straßen besuchter Städte konnte ich schon als junger Bursche meinem Wunsch hinterherjagen und ihn auch immer wieder einmal befriedigen.

Antonia 2005

Antonia ist – genau wie ich – eine Heilerin. Sie war schon eine längere Zeit und immer wieder einmal zu Heil-Sitzungen gekommen. Die knisternde Erotik während unserer Session hatte atemberaubenden Charakter. Es waren wunderschön-intensive Stunden und genau so sind auch die Aufnahmen worden – welche auch heute noch für Bewegung in meinem Emotionalkörper sorgen.
Auch Antonia wollte schon immer einmal gerne vor die Kamera und hat die Chance mit mir genutzt. Es war wie beim Kochen: Viel ist nicht nötig, wenn die Zutaten stimmen. Es war eine aufregende Session.

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Orientalischer Charme II Köln Novemer 2004

Kleine Photo-Serie in vollkommen alltäglicher Stimmung. Eine hübsche Lady in Köln, wartet auf den Bus und nutzt die Gelegenheit einen Photographen glücklich zu machen. Ein zartes Lächeln verrät, daß die Freude nicht einseitig gelagert war.

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Schönheit unmaskiert Essen Februar 2004

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Zum Abschluß meiner kurzen Reportage noch einmal zwei Großstadt-Ladys. Schick und leicht sexy gekleidet kamen sie daher und liefen mir exakt vor die leicht oliv-farbene Wand. Mit dem Ferrari-roten Täschchen erfüllten die beiden Damen meinem Wunsch nach visueller Spannung. Ein vorzeitiger Gruß des Frühlings.


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Vielleicht möchtest Du auch einmal vor der Kamera stehen? Wenn ja, laß es mich bitte wissen. Wir treffen uns ganz unverbindlich und schauen, wie es sich anfühlt. Ganz generell gehe ich eine Session folgendermaßen an:

+ Ein Treffen zum Kennenlernen ohne Kamera

+ Wir finden heraus, was wir beide uns vorstellen können

+ Wir machen einen Termin

+ Eine Session läuft in der Regel über einen Tag … denkbar ist auch ein Wochenende. Wie gesagt – ich arrangiere keine Photos, sondern dokumentiere unser Aufeinandertreffen

+ Ich arbeite am liebsten mit Amateuren, und immer mit dem Menschen, bin allerdings auch offen für Profis. Letztlich muß nur die Chemistry stimmen. Der Rest kommt dann ganz von selbst.

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…m…