Der Blog für Monika

Der Blog für Monika

6. Mai 2021 4 Von Michael Muschke


„Freunde sind selten.
Ohne Freunde ist das Leben
extrem und manchmal unerträglich.“

Ich bin glücklich und gesegnet, kann ich doch in eine
Vergangenheit zurückschauen, in welcher Freunde vorhanden
sind. Freundschaften sind der sichtbare Beweis dafür, sein Leben nicht nur aus egoistischer Motivation zu speisen. Anders
als in der Blutsverwandschaft, entscheiden sich Freude ›FREI‹
füreinander. Dieser Blog ist für all meine Leser ABER im
Besonderen für Dich, Monika und die wenigen
Freunde in meinem Leben.


:-)

Stamm einer windgepeitschten Buche

Wer etwas über sich selbst herausfinden möchte, sollte sich aktiv auf jemand anderen zubewegen und einlassen. Es gibt endlos viele Beziehungen und Ehen, in welchen dies nicht einmal ansatzweise der Fall ist. Solchen, am ehesten als ›Zweckgemeinschaften‹ zu bezeichnenden Beziehungen, mangelt es an Leidenschaft, Intensität und gesunder Auseinandersetzung.

Eine frisch gesetzte Fichten-Familie

Ein Baum in einem Topf oder einer Schale, muß nicht zwangsläufig eine Vergewaltigung darstellen. Heute werden Bonsais auf übelste Art und Weise als ›Verkaufsschlager und Massenware‹ hingerichtet/gezüchtet. Diesem Trend kann ich nicht viel abgewinnen.

Beziehungen benötigen Zeit, Aufmerksamkeit, Einsatz und Geduld. Sie leben von der Liebe, die zwischen den Parteien in alle Richtungen fließt. Nach Jahren wird sichtbar, was in einer Beziehung wirklich geschehen ist. Wir werden mit unseren Fehlern, Versuchen und all unseren Bemühungen ›belohnt‹. Wer sich diesem Prozeß entzieht, lebt nicht – er geht seinem Tod entgegen!

Fichten ein Solitär und ein Paar

Es bedarf eines großen Maßes an Gefühl, einen Baum in einer Schale ›artgerecht‹ zu pflegen. Radikale Schnitte und brutale Drahtungen bringen nur eines hervor – die eigene Unfähigkeit sich auf das Leben einzulassen. Ein wirklicher Bonsai fühlt sich priviligiert und glücklich. Er lebt im Einklang mit der Natur und schenkt seinem Pfleger endlos viel mehr, als dieser ihm seinerseits gibt.

In Beziehungen erleben wir auch frostige Zeiten

Besonders die heimischen Bonsais benötigen winterlich-strenge Bedingungen. Sie entwickeln sich sonst nicht. Sie haben sich in Jahrtausenden auf die Verhältnisse in der Natur eingerichtet und es ist schon ein Wunder, daß ein 40 Zentimeter kleiner Baum unter mehreren Metern Schnee, für einige Monate ausharren kann, um im Frühling wieder den Strahlen der Sonne entgegenzuwachsen.
In einem Topf eingepflanzt, verändern sich die Rahmenbedingungen natürlicherweise. Die Grundprinzipien bleiben jedoch gleich. Ein Bonsai-Pfleger muß lernen, sich auf die Bedürfnisse seiner kleinen Schützlinge einzulassen. Das bringt schon auch ein paar Sorgen-reiche Winternächte mit sich. Wer dem ausweicht, hilft nur seiner eigenen Vorstellung aber schadet seinen Schützlingen.

Stamm einer Buche … nur kleiner, als
beim großen Vorbild

Heute werden Beziehungen nach dem Lust-Prinzip geführt. Was wir damit erreichen, sehen wir auf dem gesamten Erdball gespiegelt. Das gleiche gilt für unsere Eßgewohnheiten oder Vorstellung von Kindererziehung. Ein Bonsai wird in dieser Welt zu einem schicken Objekt, mit welchem sich ein Geschäftsmann das neuste Handy verdient und Beziehungen zu Gemeinschaften, aus welchen man nur noch seine egoistischen Motive befriedigt.

Das Leben ist so viel mehr!

Ich bin so ein unsagbar glückliches Individuum, einige gleichgesinnte Menschen als wirkliche Freunde bezeichnen zu dürfen ! Wir trotzen dem Trend und entwickeln dadurch die schönsten Aspekte genau wie diese kleinen, anmutig-wundervollen Bäume. Priviligiert und glücklich präsentieren wir, die natürliche Schönheit des Lebens und hoffen, mit unseren Beiträgen dem vorherrschenden Trend eine vielversprechendere Richtung zu geben.

+++++++++++++++ m +++++++++++++++

Beitragbild: ›Isolated Bonsai‹ Siggy Nowak (Australien)